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AlSi10Mg Aluminium im SLM-Verfahren: Eigenschaften, Vorteile und Anwendungen

19. Februar 20263 Min. Lesezeit

AlSi10Mg — das Leichtbau-Material im SLM

AlSi10Mg ist eine Aluminiumlegierung mit 10 % Silizium und 0,3 % Magnesium. Im Selective Laser Melting (SLM) entwickelt sie durch die schnelle Erstarrung beim Lasersintern eine feinkörnige Mikrostruktur, die konventionell gegossenen Teilen in der Zugfestigkeit deutlich überlegen ist.

Mit einer Dichte von 2,67 g/cm³ ist AlSi10Mg das leichteste verfügbare Material in unserem Portfolio — dreimal leichter als Stahl, viermal leichter als Titan.

Mechanische Eigenschaften im Vergleich

EigenschaftSLM AlSi10MgAluminiumguss (konventionell)
Zugfestigkeit460 MPa230–250 MPa
Streckgrenze270 MPa180–200 MPa
Dichte2,67 g/cm³2,67 g/cm³
Min. Wandstärke (SLM)0,8 mm

Die nahezu doppelt so hohe Zugfestigkeit gegenüber Gusstücken ist der wichtigste Vorteil: Sie ermöglicht dünnere Wandstärken bei gleicher Last — und damit nochmals leichtere Bauteile.

Drei entscheidende Vorteile für Ihre Anwendung

1. Maximale Gewichtsreduktion

Bei gewichtskritischen Bauteilen — Greifern in Robotikanlagen, Halterungen in Fahrzeugen oder Gehäusen in der Luftfahrt — ist die Dichte von 2,67 g/cm³ ein entscheidender Vorteil. Weniger Masse bedeutet geringere Trägheitskräfte, höhere Taktzeiten und reduzierten Energieverbrauch.

2. Thermische Leitfähigkeit für Kühlanwendungen

AlSi10Mg hat eine Wärmeleitfähigkeit von ~100 W/mK. In Kombination mit der SLM-typischen Freiheit für konturnahe Kühlkanäle entstehen Bauteile mit deutlich effizienterer Wärmeabfuhr — für Kühler, Wärmetauscher oder Kühlkörper in der Leistungselektronik.

3. Ausgezeichnete Nachbearbeitbarkeit

Das Material lässt sich problemlos fräsen, bohren und anodisieren. Eine T6-Wärmebehandlung erhöht die Streckgrenze zusätzlich auf ~300 MPa. Für Bauteile mit Dichtflächen oder Passsitzen ist die spanende Nachbearbeitung Standard.

Typische Anwendungsfälle

Automotive und Mobilität

  • Leichtbau-Halterungen, Konsolen und Adapter
  • Wärmetauscher mit integrierten Kühlkanälen
  • Prototypen für Serienbauteile vor dem Druckgusswerkzeug

Maschinenbau und Robotik

  • Greifersysteme mit integrierter Vakuumführung
  • Pneumatikkomponenten und Verteilerblöcke
  • Spannvorrichtungen und Werkzeugaufnahmen

Elektronik und Industrie

  • Kühlkörper mit optimierter Rippengeometrie
  • Gehäuse mit integrierten Kühlrippen
  • Wärmebrücken für Leistungsmodule

Kritische Designparameter bei NextCast

Die automatische Qualitätsprüfung (AQA-Engine) bewertet jedes hochgeladene STL gegen folgende Schwellenwerte:

ParameterMindestanforderungEmpfehlung
Wandstärke≥ 0,4 mm≥ 0,8 mm
Überhangwinkel≥ 40° ohne Stützstruktur≥ 45°
Max. Bauteilgröße280 × 280 × 365 mm

Besonderes Augenmerk verdient die Bauteilorientierung: Überhänge unter 40° benötigen Stützstrukturen. Bei AlSi10Mg lassen sich diese gut entfernen — vorausgesetzt, die Konstruktion berücksichtigt die Zugänglichkeit.

SLM vs. Druckguss: Wann rechnet sich was?

Für Kleinserien bis 100 Stück ist SLM wirtschaftlich überlegen:

DruckgussNextCast SLM
Werkzeugkosten5.000–50.000 €0 €
Time-to-Part4–8 Wochen (inkl. Werkzeug)5 Werktage
Mindestmenge100–500 Stk1 Stk
KonstruktionsänderungWerkzeugumbau nötigKostenlos

Ab Losgrößen von 500–1.000 Stück wird Druckguss wirtschaftlicher. Für Prototypen, Ersatzteile und Kleinserien ist SLM die überlegene Wahl — ohne Anlaufkosten, ohne Mindestmenge.

Fazit

AlSi10Mg im SLM-Verfahren ist die erste Wahl für leichte, hochfeste Aluminiumteile mit komplexen Innengeometrien. NextCast Engineering fertigt mit 100 % Qualitätskontrolle in Düsseldorf — bei 60–70 % Kostenersparnis gegenüber europäischen Fertigern und Lieferzeiten ab 5 Werktagen.

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MBA

Malek Ben Ayed

Geschäftsführer, NextCast Engineering

Malek verantwortet die strategische Entwicklung und Qualitätssicherung bei NextCast Engineering. Mit Erfahrung in der Metallindustrie und additiven Fertigung berät er deutsche Industrieunternehmen bei der Integration von SLM-Technologie.

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