Funktionsintegration statt Baugruppe: Wie SLM-Bauteile aus AlSi10Mg mehrere Komponenten ersetzen und den Montageaufwand in der Verpackungstechnik halbieren
Funktionsintegration statt Baugruppe: Wie SLM-Bauteile aus AlSi10Mg mehrere Komponenten ersetzen
Was früher fünf einzelne Frästeile und ein Monteur brauchte, entsteht heute als ein einziges, druckfertig geliefertes SLM-Bauteil – und das zu kalkulierbaren Kosten. Dieser Artikel erklärt, wie Funktionsintegration durch Selective Laser Melting (SLM) in der Verpackungstechnik funktioniert, welche Bauteile sich eignen und was Sie konkret einsparen können.
Was ist Funktionsintegration im Kontext von SLM?
Funktionsintegration bedeutet: Mehrere Einzelbauteile, die bisher getrennt gefertigt und montiert wurden, werden konstruktiv zu einem einzigen Bauteil zusammengeführt. In der konventionellen Fertigung – Fräsen, Drehen, Bohren – ist das meist nicht möglich oder wirtschaftlich nicht vertretbar. Komplexe Innengeometrien, Hinterschneidungen oder integrierte Kanäle sind mit spanenden Verfahren entweder gar nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand herstellbar.
Selective Laser Melting (SLM) verändert diese Gleichung grundlegend. Beim SLM wird Metallpulver schichtweise per Laserstrahl aufgeschmolzen – ohne Werkzeug, ohne Formen, ohne Rücksicht auf Zugänglichkeit. Geometrien, die früher eine Baugruppe aus fünf Teilen erforderten, entstehen als ein einziges Bauteil.
In der Verpackungstechnik – einer Branche mit hoher Variantenvielfalt, engen Taktzeitanforderungen und regelmäßigem Formatwechsel – bietet das einen konkreten betrieblichen Vorteil.
Warum AlSi10Mg für Verpackungsanwendungen?
Für Funktionsbauteile in der Verpackungstechnik hat sich AlSi10Mg als bevorzugtes SLM-Material etabliert. Die Gründe sind praxisnah:
| Eigenschaft | AlSi10Mg (SLM) | Aluminium 6082 (gefräst) |
|---|---|---|
| Dichte | ~2,67 g/cm³ | 2,70 g/cm³ |
| Zugfestigkeit (nach Wärmebehandlung) | ~330–400 MPa | ~300 MPa |
| Wärmeleitfähigkeit | ~130 W/(m·K) | ~170 W/(m·K) |
| Designfreiheit | vollständig frei | durch Werkzeug begrenzt |
| Integrierte Kühlkanäle | möglich | nicht möglich |
| Mindestlosgröße wirtschaftlich | ab 1 Stück | ab ~5–10 Stück |
AlSi10Mg ist leicht, korrosionsbeständig, gut wärmeleitend und lässt sich nach dem Druck problemlos nachbearbeiten, anodisieren oder beschichten. Für Formatteile, Führungen, Klemmeinheiten und Greiferkomponenten in Verpackungsmaschinen ist es die erste Wahl.
Wann sind andere Materialien sinnvoller?
Bei Bauteilen mit direktem Lebensmittelkontakt oder aggressiven Reinigungsmedien empfiehlt sich 316L Edelstahl. Für Hochtemperaturanwendungen oberhalb von 200 °C ist IN718 Inconel die robustere Wahl. NextCast Engineering berät Sie bei der Materialauswahl ohne Aufpreis – direkt über die Kontaktseite.
Welche Bauteile aus der Verpackungstechnik eignen sich für Funktionsintegration?
Nicht jedes Bauteil profitiert von SLM. Die Faustregel lautet: Je mehr Einzelteile eine Baugruppe hat, je höher der Montageaufwand und je komplexer die Innengeometrie, desto größer der Vorteil durch Funktionsintegration.
Konkrete Beispiele aus der Praxis
Führungseinheiten mit integriertem Kühlkanal Bisher: Grundkörper (gefräst) + Kanaldeckel + Dichtungen + Schrauben = 4–6 Teile, ~120–180 Minuten Montage. Als SLM-Bauteil: 1 Teil mit konturnahem Kühlkanal, keine Montage, keine Dichtungsproblematik.
Greifer- und Klemmkomponenten In Verpackungslinien müssen Greifer bei Formatwechsel häufig getauscht werden. Wenn ein Greifer aus drei Einzelteilen besteht, bedeutet das bei 20 Einheiten pro Linie: 60 Teile tauschen, einstellen, verschrauben. Als integriertes SLM-Bauteil: 20 Teile tauschen, einsetzen, fertig.
Formatteile mit integrierten Saugkanälen Saugsysteme in Verpackungsmaschinen bestehen oft aus Grundkörper, aufgesetztem Kanalverteiler und Anschlusselementen. SLM ermöglicht den integrierten Verteilerkanal direkt im Grundkörper – ohne Leckagerisiko an Verbindungsstellen.
Vorrichtungen und Halter mit mehreren Funktionen Halterungen, die gleichzeitig führen, klemmen und positionieren müssen, entstehen konventionell aus mehreren gefrästen Teilen. Als SLM-Bauteil: eine Geometrie, alle Funktionen.
Der wirtschaftliche Vergleich: Baugruppe vs. SLM-Einzelbauteil
Die Kostenfrage ist in der Instandhaltung entscheidend. Häufig wird SLM als teurer eingestuft, weil nur der Stückpreis verglichen wird – nicht die Gesamtkosten.
Ein realistisches Rechenbeispiel für eine Führungseinheit in einer Verpackungslinie:
| Kostenposition | Konventionell (Baugruppe) | SLM-Funktionsbauteil |
|---|---|---|
| Teilekosten (5 Teile) | 480 € | – |
| SLM-Bauteil | – | 210 € |
| Montagezeit (2,5 h × 55 €/h) | 138 € | 0 € |
| Prüf- und Justieraufwand | ~40 € | 0 € |
| Gesamtkosten | 658 € | 210 € |
| Lieferzeit | 4–6 Wochen | 5 Werktage |
Das SLM-Bauteil kostet in diesem Beispiel 68% weniger – nicht weil der Druckprozess so günstig ist, sondern weil Montage, Prüfung und Stillstandzeit vollständig entfallen.
Hinzu kommt: Bei ungeplanten Stillständen ist die Lieferzeit das entscheidende Kriterium. 5 Werktage statt 4–6 Wochen bedeuten im produzierenden Betrieb den Unterschied zwischen einem kontrollierten Teiletausch und einem wochenlangen Produktionsausfall.
So läuft der Prozess bei NextCast Engineering ab
Der Einstieg ist bewusst einfach gehalten:
- STL oder STEP hochladen: Laden Sie Ihre bestehende Baugruppenzeichnung oder das CAD-Modell direkt über das Upload-Tool hoch.
- Analyse durch NextCast Engineering: Innerhalb von 24 Stunden erhalten Sie eine Einschätzung, welche Funktionen integriert werden können und welches Material sinnvoll ist.
- Angebot mit Gesamtkostenvergleich: Kein reiner Stückpreisvergleich – sondern Teilkosten, Montageentfall und Lieferzeit zusammen bewertet.
- Fertigung und QC in Düsseldorf: 100% Qualitätskontrolle vor Versand. Maßprüfung, Sichtprüfung, auf Wunsch Materialzertifikat.
- Lieferung in 5 Werktagen: Für Standardbauteile. Eilaufträge auf Anfrage.
Wenn Sie ein bestehendes CAD-Modell haben, ist der Upload über /dashboard/upload der schnellste Einstieg. Wenn Sie eine Baugruppe haben, aber kein CAD-Modell, genügt eine Skizze und ein Besprechungstermin – direkt über /kontakt.
Fazit: Funktionsintegration ist kein Konstruktionstrend – es ist eine Kalkulationsfrage
Funktionsintegration durch SLM aus AlSi10Mg ist in der Verpackungstechnik dann wirtschaftlich, wenn der Montageaufwand einer Baugruppe den reinen Materialwert übersteigt – oder wenn Stillstandzeiten durch lange Lieferzeiten entstehen. Beides trifft auf eine Vielzahl von Standardsituationen in der Instandhaltung zu.
Was früher fünf einzelne Frästeile und ein Monteur brauchte, entsteht heute als ein einziges, druckfertig geliefertes SLM-Bauteil. Der erste Schritt: Laden Sie Ihre Baugruppenzeichnung hoch oder sprechen Sie NextCast Engineering direkt an. Die Erstanalyse ist kostenlos.
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Malek Ben Ayed
Geschäftsführer, NextCast Engineering
Malek verantwortet die strategische Entwicklung und Qualitätssicherung bei NextCast Engineering. Mit Erfahrung in der Metallindustrie und additiven Fertigung berät er deutsche Industrieunternehmen bei der Integration von SLM-Technologie.
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